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Geschichte

 

Geschichte der Sprengtechnik

Die Entwicklung der gewerblichen Sprengtechnik beginnt mit der Herstellung der ersten sprengkräftigen Mischung des Schwarzpulvers. Als Entdecker dieser Mischung aus Holzkohle, Schwefel und dem sauerstoffliefernden Kaliumnitrat gilt der Mönch Berthold Schwarz, der um 1330 das nach Ihm benannte Schwarzpulver als erster zu Schießzwecken verwendet (In China reicht die Anwendung derartiger Pulver weiter zurück. Im Jahr 1232 wurden explosive Pulvermischungen als" Brandmassen " bei der Belagerung einer Stadt eingesetzt).

Über lange Jahre und Jahrzehnte wurde das Schwarrzpulver nur für militärische Zwecke verwendet. Die erste dokumentierte gewerbliche Sprengung führte der Tiroler Bergmann Caspar Weindl im Jahr 1627 im Revier von Schemnitz, dem heutigen Banska Stianvnica (Tschechien), durch.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Schwarzpulver der einzige verwendete Sprengstoff für die Erz-,Kohle-und Steingewinnung, aber auch für einige Tunnelbauten.

Als Zündmittel kommt seit 1831 die vom Engländer Bickford erfundene Schwarzpulver-Zündschnur zur Anwendung.

Eine neue Qualität der Spengstoffe wurde im Jahr 1846 durch Schönbein, der durch die Behandlung von Watte mit Schwefel-und Salpetersäure Schießbaumwolle herstellte, und im Jahr 1848 durch Sobrero eingeleitet, der das Nitrolyzerin durch Nitrieren von Glyzerin mit Salpetersäure erfand. Nitroglyzerin ist eine klare Flüssigkeit, die sehr sensibel gegen Reibung, Funken und Schlag ist.

Die praktische Umsetzung dieser Entwicklungen wurde durch den Schweden Imanuel Nobel im Jahr 1862 mit der technischen Herstellung von Nitroglyzerin eingeleitet. Seinem Sohn Alfred Nobel gelang im Jahr 1867 die Herstellung des ersten handhabungssicheren Sprengstoffs, des Gurdynamits, indem er das in der Handhabung äußerst gefährliche Nitroglyzerin, das "Sprengöel" mit Kieselgur als Absorptionsmittel in eine plastische Masse überführte (Mischungsverhältnis 3:1). 1874 entdeckte Nobel die " Sprenggelatine" , indem er zum Sprengöl 7% Kollodiumwolle beimengte.

Auch in der Entwiklung der Zündmittel war Alfred Nobel aktiv: Im Jahr 1864 entwickelte er seinen Patenzünder, den ersten sprengkräftigen Zünder. Bereits 1867 ließ er seine Knallquecksilber-Sprengkapsel patentieren. Damit konnten nicht nur Nitroglyzerin, sondern alle brisanten Sprengstoffe gezündet werden.

Aus den von seinen Landsleuten Ohlsson und Norrbin erfundenen Ammonsalpetersprengstoffen entwickelte Nobel in Verbindung mit seiner Sprenggelatine die gelatinösen Ammonsalpetersprengstoffen, die auch heute noch breite Anwendung finden.

Ein weiterer Beitrag zur Sicherheit stellte im beginnenden 20.Jahrhundert der Ersatz des bereits bei +12 Grad gefrierenden Nitroglyzerin durch Nitroglykol dar. Nitroglykol hat die gleiche Sensibilität gegenüber Reibung, Funken oder Schlag wie Nitroglyzerin, hat aber den Vorteil, dass es erst bei -22 Grad C gefriert. In den westlichen Produktionsländern wird fast ausschließlich Nitroglykol verwendet, in den Produktionsländern des ehemaligen Ostblocks wird meist ein Gemisch aus Nitroglykol und Nitroglyzerin zum Einsatz gebracht.

In den letzten Jahren ging die Entwicklung der gelatinösen Sprengstoffe hin zum Entfall von kanzerogenen Zumischungen: Trinitrotoluol (TNT) und Dinitrotoluol (DNT) ist in den modernen sprengölhaltigen Ammonsalpetersprengstoffe, wie Eurodyn nicht mehr enthalten.

Weitere Entwicklungen der Sprengstoffe in den folgenden Jahrzehnten führten zu vollkommen sprengölfreien Sprengstoffen, den

  ANFO (ANC) - Sprengstoffe, bestehend aus Ammonsalpeter und ursprünglich Dieselöl, später Spindelöl und pflanzlichem Öl, und den
  Emulsionssprengstoffen.
Auf dem Gebiet der Zündtechnik stellt die Entwicklung der elektrischen Zündung um 1900, die in den folgenden Jahrzehnten laufend verbessert wurde, einen sicherheitstechnischen Fortschritt dar.

Gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die elektronische Zündung und das nicht elektrische Zündsystem, die Schlauchzündung, entwickelt (Nonel, Dynashoc, Schock-Star, etc.).

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